Kirche der Großen Frau der Ungarn in Deszk


„Neugotischer Schmuckkasten im Maros-Tal“

Die Kirche wurde zwischen 1901 und 1909 aus der Großzügigkeit des Barons Ferenc Gerliczy erbaut und 1904 mit Genehmigung des Bischofs Gyula Glattfelder von Timisoara durch den Pfarrer Sándor Govrik aus Szőreg geweiht. In der Kirche, die den Titel „Große Frau der Magyaren“ trägt, können wir im Altarraum und in den Querschiffen wunderschöne neugotische Altäre aus Holz bewundern. Der dunkelbraune Hauptaltar ist ein echter Flügelaltar, der das in unserer Region selten zu sehende Wunder des Mittelalters originalgetreu nachbildet.

In der Mitte des Altars, in einer großen Nische, ist die wichtigste Szene zu sehen: Wir sehen unseren ersten heiligen König, wie er der über den Wolken thronenden Großen Frau der Ungarn die Krone seines Landes darbringt.

In den beiden benachbarten Nischen befinden sich jeweils eine heilige Holzfigur. Auf der rechten Seite sehen wir den heiligen Franz von Sales in voller Priesterkleidung: Er ist der Gönner und Schutzpatron von Ferenc Gerliczy. Auf der gegenüberliegenden Seite ist der heilige Felix der Einsiedler, der Schutzpatron von Félix Gerliczy, zu sehen. Die äußeren Flügel des geöffneten Flügelaltars harmonieren in ihrer Schönheit mit den inneren Szenen. Ganz links ist die reliefartige Figur der Heiligen Anna, der Mutter der Jungfrau Maria, zu sehen, die der Künstler in kostbaren Gewändern und in einer goldverzierten Nische darstellt. Rechts schließt der Heilige Joachim demütig das Bild. Wenn man die beiden Flügel schließt, sieht man auf den Außenflügeln vor einem goldenen Hintergrund links den Erzengel Michael in kriegerischer Gestalt und rechts den Erzengel Raphael.

Bemerkenswert sind die beiden schön gearbeiteten, ähnlich aus Holz geschnitzten, fast spitzenartigen Seitenaltäre. Auf dem einen ist eine Skulptur des Herzens Jesu zu sehen, auf dem anderen der Heilige Josef. Die gut gelungene Kanzel wurde dank der Großzügigkeit des Gönners mit einer reliefartigen Kassettenverkleidung versehen und verfügt sogar über mehrere Türmchen. Unter den Statuen verdient die Statue des Heiligen Antonius im hinteren Teil unter der Orgelempore besondere Aufmerksamkeit, da sie mit einer sehr feinen, aus Holz geschnitzten Inschrift verziert ist.

Es ist erwähnenswert, dass der Architekt dieser Kirche, die als Schmuckkästchen gilt, einer der besten seiner Zeit war. Ferenc Sztarill ist einer der berühmtesten Architekten von Nagyvárad und war gleichzeitig Vorsitzender des dortigen Bauunternehmerverbandes. Sein Baumeisterdiplom erwarb er in Budapest.

Quelle: Csongrád megye építészeti emlékei (Architektonische Denkmäler des Komitats Csongrád): Szeged, 2000.

Herausgeber: Csongrád megyei Önkormányzat (Komitatsverwaltung Csongrád); Tóth Zsuzsanna: A deszki templom és egykori birtokosai, a Gerliczyek (Die Kirche von Deszk und ihre ehemaligen Besitzer, die Familie Gerliczy). 1804-1904-2004. Herausgeber: Kulturhaus und Bibliothek von Deszk (2004) Diözese Csanád 1980. Historia Domus. Deszk. Pfarrei