
Das 1884 im eklektisch-klassizistischen Stil erbaute ehemalige Gerliczy-Schloss (Alkotmány u. 36.) beherbergt heute das SZTE SZAKK Deszki Multidiszciplináris Centrum (Multidisziplinäres Zentrum der Universität Szeged). Das Schloss war ursprünglich von einem 18 Hektar großen Park umgeben. Von der Landstraße waren sie durch eine Kutscheneinfahrt, kleine Tore und dazugehörige Torgebäude sowie weitere Wirtschaftsgebäude abgeschlossen und umgeben. Gegenüber dem Haupteingang, auf der anderen Seite der Landstraße, standen ein einstöckiges, barockes Haus für die Hausverwalter und Nebengebäude. Der künstliche Teich mit seiner Insel und der Felshöhle ist in Ungarn von außergewöhnlichem gartengeschichtlichem Wert.
Der Schlosspark verfügte über eine bemerkenswerte Gartenanlage mit einem Gewächshaus und einem separaten Blumenhaus. Im Jahr 1910 arbeiteten beispielsweise 10 Gärtner und mehrere Gärtnerlehrlinge in dem 18 Hektar großen Park. János Hein veröffentlichte in seinem Katalog auch ein Bild von einem Element des Parks, dem türkischen Zelt am Ende des Teiches. Am 24. September 1911 erhielt er ein Dankesschreiben von Baron Ferenc Gerliczy, in dem dieser seine Anerkennung für den Garten zum Ausdruck brachte. Aus dem tief liegenden, salzhaltigen, feuchten Boden gelang es ihm, mit 20.000 Wagenladungen Erde fruchtbaren Boden zu schaffen, der für die Anlage eines hochwertigen Parks unerlässlich war. Zu diesem Zeitpunkt waren die Bäume bereits gewachsen und spendeten Schatten. Der angelegte Teich und die darin befindliche Felshöhle waren in gutem Zustand. Der Baron würdigte, dass all dies das Ergebnis des Fachwissens und des guten Geschmacks von János Hein war.
Der Wert des Parks wird neben den seltenen, anspruchsvollen kunstvollen Elementen auch durch seine Pflanzenbestände erhöht. Die wertvolle Vegetation ist dem Sohn des Barons Ferenc Gerliczy, Félix, zu verdanken, der seltene Pflanzen aus dem Ausland in den sorgfältig geplanten Park bringen ließ. Diese Pflanzenbestände rechtfertigen, dass nicht nur die künstlichen Elemente des Parks, sondern auch seine Vegetation schützenswert sind. Eine seltene Besonderheit der wertvollen Pflanzenbestände des Parks ist beispielsweise die Eichenhecke vor der Hauptfassade des Schlosses.
Die einzigartigen und unter Naturschutz stehenden Stieleichen des derzeit sieben Hektar großen Schlossparks fördern nicht nur die Genesung der Patienten, sondern bieten auch den Besuchern zusammen mit den dekorativen Skulpturen des Parks (Werke von Imre Varga, Károly Vass und Ferenc Kovács) ein angenehmes Erlebnis.



Quelle
Architektonische Denkmäler des Komitats Csongrád. Szeged, 2000. Verlag Komitatsverwaltung Csongrád (S. 84-85)
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